
📚 Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung – Vom Hobby zur Berufung
Wie alles begann: die persönliche Motivation von Michael Unger, erste Schritte in der Sozialfotografie und der Weg von den frühen Erfahrungen hin zu einer klaren Mission.
2. Timeline / Meilensteine
Stationen, die die Entwicklung geprägt haben
Die ersten humanitären Missionen
- 2005: Katrastrophen Einsatz Erdbeben Kaschmir - Azad Kashmir / Pakistan
Dezember 2005: Benin & Niger / Afrika - 2010: Lahore / Pakistan
- 2015–2016: LaGeSo Berlin
- 2022–2023: Vereinsgründung & Gemeinnützigkeit
3. Persönliche Entwicklung & Haltung
Wie humanitäre Einsätze, Begegnungen, Grenzerfahrungen und Missionen die eigene Perspektive geprägt haben.
Warum der Weg bewusst zur sozialdokumentarischen Fotografie führte – mit Fokus auf Wertschätzung, Menschlichkeit und Engagement statt auf Dramatisierung.
4. Gegenwart & Zukunft – aus Geschichte wächst Verantwortung
Wie aus den Erfahrungen der Vergangenheit neue Verantwortung entsteht.
Und wie Menschen wie Adeel Shad und Marcel Gassner heute die Zukunft von DieOffeneBlende e.V. aktiv mitgestalten und prägen.
5. Ausblick & Call-to-Action
Wohin wir uns entwickeln, welche Schwerpunkte weiter wachsen und wie Interessierte sich einbringen, vernetzen oder unterstützen können.


1. Vom Hobby zur Berufung – Mein Einstieg in die Sozialfotografie
Ich bin Michael Unger, Initiator, Gründer und Vorsitzender von DieOffeneBlende e.V.
Meine fotografische Reise begann in den 1980er Jahren: Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Architektur, Landschaften, Langzeitbelichtungen – Menschen standen damals nicht im Zentrum. Ausnahme war die Sportfotografie: Hier faszinierte mich das Einfrieren von Bewegungen. Emotionen waren gelegentlich dabei, aber nicht mein Fokus.
Seit Mitte der 1990er Jahre habe ich mich aktiv für und mit Menschen engagiert. Mittendrin statt nur dabei – „tun, was man kann“ – wurde meine Maxime. Rückblickend hat genau diese Haltung meine spätere Arbeit in der Sozialfotografie stark geprägt.
2010 folgte ein Wendepunkt: Die Ereignisse in Lahore, Pakistan, zeigten mir, dass Fotografie weit mehr sein kann als Hobby. Sie kann Menschen, ihr Engagement und ihre Hoffnung sichtbar machen. Von diesem Moment an wurde die Kamera für mich zur Brücke zwischen Mitgefühl, Menschlichkeit und positiver Wirkung.
„Die Begegnung mit Menschen, die sich uneigennützig engagieren, hat meinen Blick geschärft und meine Motivation geweckt.“
2. Timeline / Meilensteine
Stationen, die die Entwicklung geprägt haben:
1996 – Engagement & erste Erfahrungen
Freiwillige Arbeit und Begegnungen mit Menschen in unterschiedlichen sozialen Kontexten öffneten meinen Blick auf die Herausforderungen vieler Menschen. Hier begann der Weg, Engagement fotografisch sichtbar zu machen.
Die ersten humanitären Missionen:
- Kaschmir
- Benin & Niger
2005 – Azad Kaschmir, Regionalhauptstadt Muzafarabad
Zwei Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Kaschmir erreichte ich mit einer Delegation von Humanity First Deutschland e.V. unter der Leitung von Muhammad Athar Zubair die zerstörte Stadt Muzaffarabad. Rund 70 % der Stadt waren zerstört, unzählige Menschen hatten alles verloren – besonders Kinder, die ihre Eltern verloren hatten.
Die Begegnungen mit Familien, verletzlichen Kindern und Menschen ohne Heimat hinterließen tiefe Spuren. Ich erlebte hautnah, wie fragil das Leben ist – und zugleich, wie stark Menschen sein können, wenn sie inmitten von Verlust und Chaos Hoffnung, Würde und Zusammenhalt bewahren. Diese Erfahrung öffnete meinen Blick: Ich begriff, wie wichtig es ist, den Menschen hinter dem Schicksal zu begegnen, statt nur die Katastrophe zu sehen.
Nur wenige Wochen später folgte eine zweite Mission nach Benin und Niger, wo extreme Armut, fehlende Gesundheitsversorgung und der tägliche Kampf um sauberes Wasser weitere Perspektiven eröffneten. Diese Einsätze stärkten in mir die Haltung, nicht die Krise, sondern die Resilienz und das Handeln der Menschen in den Vordergrund zu stellen.
Dezember 2005 – Benin & Niger
Eine zweite Mission offenbarte extreme Armut, fehlende Gesundheitsversorgung und den täglichen Kampf um sauberes Wasser. Trotz der Härten begegneten uns Menschen mit Würde, Hoffnung und innerer Stärke. Diese Erfahrungen schärften mein Bewusstsein für menschliche Resilienz und Solidarität.








2010 – Lahore / Pakistan
Am 28. Mai 2010 wurden zwei Moscheen der Ahmadiyya-Gemeinde in Lahore Ziel koordinierter Angriffe: Bewaffnete Extremist:innen stürmten die Moscheen, warfen Handgranaten und eröffneten das Feuer auf Gläubige. Mindestens 86 Menschen wurden getötet, über 120 verletzt. Wochen nach den Anschlägen war ich als Teil einer achtköpfigen Delegation vor Ort, um Anteilnahme zu zeigen.
Die Bilder dieser Ereignisse begleiteten mich, doch mein Fokus galt den Menschen, die trotz der Gewalt handelten, Mut bewahrten und ihre Gemeinschaft stützten. Diese Erfahrung stellte meine Perspektive auf die Fotografie auf den Kopf: Ich begriff, dass Fotografie mehr sein kann als Beobachtung, dass sie Haltung, Empathie und Wertschätzung transportieren kann.
Von diesem Moment an wurde meine Kamera mehr als ein Werkzeug – sie wurde eine Brücke, um Mitgefühl, Menschlichkeit und Engagement sichtbar zu machen. Ich entschloss mich, künftig Bilder von Menschen zu machen, die in ihrem Handeln Hoffnung, Zusammenhalt und Tatkraft zeigen. So entstand die Initiative Sozialfotografie.
Reflexion der drei Grenzerfahrungen
Kaschmir, Benin/Niger und Lahore prägten meine Haltung tiefgreifend:
Grenzen erleben – physisch, emotional und ethisch; die Intensität der Erlebnisse führte zu einem bewussten Blick auf das, was zählt: die Menschen hinter den Krisen.
Empathie entwickeln – Begegnungen mit verletzlichen Menschen zeigten mir, dass Würde und Mut wichtiger sind als die dokumentierte Katastrophe.
Handeln sichtbar machen – ich erkannte, dass Engagement, Solidarität und Tatkraft oft im Verborgenen wirken und eine Form der Wertschätzung verdient haben.
Diese Erfahrungen legten den Grundstein für meine autodidaktische Entscheidung, die Sozialfotografie zu entwickeln: eine Fotografie, die Menschen, Engagement und Hoffnung in den Vordergrund stellt, statt nur Leid zu zeigen.







Vom Wendepunkt zur ersten Langzeitdokumentation (2015–2016)
2015–2016 – LaGeSo, Berlin
Die Dokumentation der Helfer:innen beim LaGeSo in Berlin vertiefte diesen Ansatz: Solidarität, Engagement und Menschlichkeit sichtbar machen, Begegnungen wertschätzen und Perspektiven aufzeigen, die sonst oft im Verborgenen bleiben. Die daraus entstandene Initiative DieOffeneBlende e.V. bündelt diese Arbeit.
2022–2023 – Vereinsgründung & Gemeinnützigkeit
Sechs Mitstreiter:innen schließen sich an, die Offizielle Gründung erfolgt 2022, die Gemeinnützigkeit wird 2023 anerkannt. DieOffeneBlende e.V. wird Plattform für Menschen, die Verantwortung übernehmen und Brücken bauen.
Zusammenfassung – Der rote Faden
von 2005 bis Heute
Von der Initiative zum Verein – Gründung von DieOffeneBlende e.V.
Sechs weitere Mitstreiter:innen schließen sich an
Offizielle Gründung als eingetragener Verein: 2022
Anerkennung der Gemeinnützigkeit: 2023
DieOffeneBlende e.V. wird zur Plattform für Menschen, die Verantwortung übernehmen, Engagement sichtbar machen und Brücken bauen.
4. Persönliche Entwicklung & Haltung
Meine Erfahrungen in humanitären Einsätzen, Begegnungen mit Schicksalen und Momenten an der Grenze des Zumutbaren hätten mich in viele Richtungen führen können.
Die Wege des Journalismus sind vielfältig und unverzichtbar – ob investigativ, krisenbegleitend oder aufklärend. Jede Form trägt dazu bei, Missstände sichtbar zu machen und Verantwortung einzufordern.
Doch inmitten dieser Erfahrungen wurde mir klar, welcher Weg für mich persönlich stimmig ist:
Ich möchte nicht das Leid in den Mittelpunkt stellen, sondern die Menschen, die ihm standhalten.
Nicht die Krise selbst dokumentieren, sondern jene, die handeln, stützen, verbinden.
Ein zentraler Teil meiner Haltung ist es, die Wertschätzung jener hochzuhalten, die sich engagieren – ohne Wenn und Aber.
Diese Ausrichtung ist nicht aus Abgrenzung entstanden, sondern aus Beobachtung und Begegnung:
aus Momenten, in denen sichtbar wurde, wie viel Menschlichkeit, Mut und Solidarität selbst in schwierigen Situationen zu finden ist –
und wie selten diese Perspektive im öffentlichen Blick vorkommt.
So entstand meine autodidaktische Entscheidung für eine sozialdokumentarische Form der Fotografie, die:
– nicht dramatisiert, sondern einordnet
– nicht distanziert, sondern Beziehung schafft
– nicht Elend reproduziert, sondern Engagement sichtbar macht
Meine Haltung ist deshalb kein Gegenentwurf zu anderen journalistischen Wegen, sondern ein bewusst gewählter Schwerpunkt:
Geschichten sichtbar zu machen, die Hoffnung tragen.
Menschen zu zeigen, die Verantwortung übernehmen.
Und eine Form der Wertschätzung zu leben, die sich in Bildern, Worten und Begegnungen ausdrückt.

3. Gegenwart & Zukunft
– aus Geschichte wächst Verantwortung
Heute verbinden wir Erfahrung mit neuen Perspektiven.
Die OffeneBlende e.V. gestaltet die Zukunft aktiv mit – unter anderem durch das Engagement von Adeel Shad und Marcel Gassner, die gemeinsam die nächsten Projekte, Reportagen und Kooperationen prägen.
Unsere Arbeit entwickelt sich weiter in Projekten, Reportagen und Partnerschaften, die zeigen, wie lebendig Engagement ist. Aus Bildern entsteht Haltung, aus Begegnungen Wandel.Q
Humanity First Deutschlend e.V.
Jalsa Salana - 29-31.08.2025
Regionalverband Berlin
Wohlfahrtsverband An-Nusrat e.V.
Obdachlosenhilfe
Seit 2022 - Jeden Mittwoch: Essenausgabestelle Alexanderplatz / Fernsehturm
Seit 2023 - Jeden Freitrag: Unter den Brücken Berlins
unter der Leitung von Tino Tanveer Anjum
Humanity First Deutschland
Obdachlosenhilfe
Noch bevor der Regionalverband Berlin des Wohlfahrtsverbandes An-Nusrat e.V. gegründet wurde, organisierte Tino Tanveer Anjum unter dem Dach von Humanity First die Armenspeisung. Alles begann mit kleinen Lunchtüten, die während der Corona-Pandemie verteilt wurden – in einer Zeit, in der es wichtiger denn je war, direkt zu den Bedürftigen zu gehen.
Wirkung & Prinzipien
Dieses Zusammenspiel zeigt, wie Vernetzungen wirken: Menschen am Rand der Gesellschaft profitieren direkt, während Engagement nachvollziehbar und sichtbar wird.
Hinter den Aktionen stehen Menschen wie:
Tanja und das Strassenfeger-Team
Tino Tanveer Anjum, Regionalverband Berlin / An-Nusrat e.V.
Thomas de Vachroi, Tee- und Wärmestube Neukölln
Stephan May, Radtour für obdachlose Menschen
sowie zahlreiche weitere Helfer:innen und Initiativen
Maxime: Jede Aufnahme, jede Reportage soll Engagement sichtbar machen und Menschlichkeit stärken.

5. Ausblick & Call-to-Action
Gemeinsam sichtbar machen
Manche Geschichten berühren, andere inspirieren – alle zeigen, was Einsatz und Mitgefühl bewirken.
Unsere Arbeit lebt vom Miteinander: von Menschen, die hinschauen, teilen und unterstützen, von Begegnungen, die sichtbar machen, was sonst im Verborgenen bleibt.
Erlebe Engagement hautnah. Entdecke authentische Einblicke und sieh, wie aus Ideen echte Wirkung entsteht.
🌟 Folgen & entdecken: Welche Initiativen wir aktuell begleiten
📸 Erleben & teilen: Geschichten sichtbar machen
💬 Mitgestalten: Kommentieren, vernetzen oder selbst aktiv werden
➡️ Nicht in den sozialen Netzwerken aktiv? Dann nimm Kontakt auf, um aktuelle Entwicklungen zu erfahren.
🌍 Erst wenn der letzte Baum gefallen ist, werdet ihr merken,
dass man Geld nicht essen kann. 🌱
Weisheit aus der indigenen Kultur:
Diese Worte tragen mehr als nur eine Warnung in sich – sie sind ein Mahnmal für die Konsequenzen unseres Handelns und ein Aufruf zur Umkehr. Unsere Welt befindet sich im Chaos, und die Ursachen sind keine unergründlichen Naturgewalten, sondern das Ergebnis unseres eigenen Tuns. Naturkatastrophen, Kriege, Zerstörung und Flucht sind keine Zufälle, sondern die Folgen eines Systems, das unersättlich auf Profitgier basiert.
Diese Dynamik bringt unzählige Opfer hervor – nicht nur die unschuldigen Menschen, Kinder und Frauen, sondern auch die Tiere und die Natur, die in einer Spirale aus Ausbeutung und Verfall gefangen sind. Jede Entscheidung, die wir treffen, trägt dazu bei, diese Spirale entweder zu beschleunigen oder zu durchbrechen. Es liegt in unserer Macht, den Weg zu ändern.


































































































